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Monja - ein Wintermärchen


"Hessen - Ein Wintermärchen"

Besuch auf dem Achal-Tekkiner-Gestüt BEROLINA.

Es begab sich im Feber, dass mich die Suche nach einem Pferd in die verschneiten Höhen des hessischen Mittelgebirges verschlug. Nach allem was ich bis dato erlebt hatte, machte ich mir vor meinem Besuch keinerlei Illusionen über das, was mich erwarten würde. Umso angenehmer war daher meine Überraschung vor Ort. Doch schön der Reihe nach.

Eigentlich war es der denkbar schlechteste Zeitpunkt für einen Besuch, denn nicht nur war die vorhandene Schneedecke im Vogelsbergkreis schon eine recht imposante, nein, es schneite auch noch mächtig nach und ich sollte im Nachhinein erfahren, dass die mühselig freigeschaufelte Zufahrt zu meinem Quartier noch am Tag vor meiner Ankunft wieder im Neuschnee versunken war.

Wie dankbar ist man in so einer Situation für eine Reithalle, wo ich unzählige Proberitte absolvieren durfte. Alleine das war schon jedes Mal ein Glücksgefühl, denn nicht nur hatte ich dem Reiten schon viel zu lange entsagt sondern es ist auch ein einzigartiges Erlebnis, einen Achal Tekkiner zu reiten und jedem wärmstens zumindest zum "Schnuppern" zu empfehlen. Aber Vorsicht, es besteht einige Gefahr, dass man damit nicht mehr aufhören möchte! Leider ließ das Wetter ansonsten nicht viel an "Programm" zu. Also hieß es das beste aus der Situation machen und so drängte ich mich halt so oft es ging in den Pferdestall, um das Objekt meiner Begierde auszumachen. Nicht jeder Züchter öffnet so bereitwillig seine Türen und das alleine wäre also schon erwähnenswert, aber ich steckte meine Nase auch noch während der Stallarbeit hinein und wir alle wissen, wie angenehm es ist, unsere Arbeit unter Beobachtung zu verrichten. Aber meine Gastgeber ertrugen auch das anstandslos und verloren selbst dann nie die Geduld, wenn ich, was in solchen Situationen zwangsläufig der Fall ist, wieder einmal im Wege stand oder mich am falschen Platz zur falschen Zeit vermeintlich nützlich machen wollte.

Doch auch abseits des Stalles konnte ich mich über nichts beklagen. Die patente Dame des Hauses war nie um Ratschläge verlegen und ein schier unerschöpflicher Quell des Pferdewissens. Der umtriebige Hausherr versuchte, mir alle Wünsche von den Lippen abzulesen und Oliver, der Juniorchef, war stets mit einem Lächeln bemüht, alle reiterlichen Belange zufriedenzustellen. So war also die Gastfreundschaft rundum perfekt und ich bin noch selten so verwöhnt worden bis hin zum köstlichen Essen und den hausgemachten Marmeladen.

Was bei mir aber noch mehr im Vordergrund steht ist die beispielhafte Haltung der Pferde sowie der Umgang mit diesen. Im Hengststall stehen fast ein Dutzend wundervolle Exemplare aneinandergereiht mit ständigem Sicht- und Riechkontakt und nur getrennt durch ein paar Holzplanken und einen Elektrodraht. Keine Spur von "Hengstboxen" und irgendwelchen Monstrositäten, wie man sie nicht selten anderswo antrifft, um die Tiere von jeglichem Umwelteinfluss möglichst zu isolieren. Alle miteinander sind dabei so friedlich wie die Lämmer und nicht einmal beim Füttern entsteht größere Unruhe als in jedem x-beliebigen Pensionsstall mit weit weniger temperamentvollen Artgenossen. Da wundert es einen auch nicht mehr, wenn man hört, dass diese Tiere auf Shows von zierlichen Mädchen geritten werden.

Der Stutenstall seinerseits bietet eine Auswahl an sämtlichen Typen, die diese Rasse kennzeichnen und ist als solches schon sehenswert. Dies war auch der Ort, wo ich mich vorwiegend umtat und es war nicht minder faszinierend zu sehen, wie verschiedene und durchaus ausgeprägte Persönlichkeiten diese Pferde beesitzen. Die fürwitzigste Fellnase kam denn auch gleich am Anfang angeschlichen und riss mir fast die Jacke entzwei. Da die Jacke aber letztlich doch ganz blieb und ich nicht nachtragend bin, nahm ich sie zuguterletzt mit und bin bis dato mit ihr glücklich und zufrieden. Zudem machen sie ihr Charme, ihr Aplomb, ihre Intelligenz, ihre Ausstrahlung und nicht zuletzt ihre Qualitäten als Reitpferd zu einem formidablen Botschafter ihrer Rasse, die doch weitgehend unbekannt ist und die wahrscheinlich sogar 99% der Pferdemenschen nicht aus eigener Anschauung kennen.

Obwohl es wie gesagt sehr verschneit war und wir praktisch keine Möglichkeit hatten, die Umgebung zu erkunden, wurde mir in der Woche meines Aufenthalts keinen Augenblick langweilig. Im Gegenteil wurde es jeden Abend durch den regen Gedankenaustausch fast zu spät und wir hätten leicht die Nacht zum Tage gemacht, hätten wir frühmorgens nicht schon wieder zu den Pferden gewollt bzw. gemusst. Von daher sollte man schon einige Zeit einplanen, um bei etwas freundlicherem Wetter auf seine Kosten zu kommen.

Ich würde sagen, dass das Berolina-Gestüt für jeden Pferdefreund jederzeit einen Besuch wert ist. Für Achal-Tekkiner-Liebhaber ist ein solcher dagegen ein Muss."

Geschrieben vom Michael. Er hat von uns die MONJA gekauft.


Und so hat sich Monja seitdem entwickelt:

 

  • Heute hatten wir (Monja + ich) unsere erste Lektion bei Franz Bachofner (equus.at), einem der ersten österreichischen Absolventen der "Ecole de légèrté" von Philippe Karl. Auch Franz lobte so wie alle unsere anderen Trainer Monja und schön langsam fürchte ich, dass ich so ein tolles Pferd gar nicht verdient habe. Nichtsdestotrotz werde ich weiter daran arbeiten, Monjas Potential so gut wie möglich zur Entfaltung zu bringen und mich eures Vertrauens würdig zu erweisen.
    Weitere Berichte folgen.

 

  • Monja kann inzwischen schon ansatzweise ein Kompliment, das ist ihr gar nicht schwer gefallen, denn sie ist "geschmeidig wie eine Katze" (Zitat Eva). Beim Reiten sind wir auch schon um einiges weitergekommen (naja, vor allem ich) und unsere Trainerin ist ganz begeistert von ihren Bewegungen und ihrem Charakter, denn sie ist ja wahrlich ein Schatz.

    Auch sonst macht sie sehr viel her und bezaubert jeden mit ihrem Charme und ihrer Ausstrahlung. Ich glaube mit vollem Recht sagen zu können, dass sie ein wahrer Botschafter für ihre Rasse ist und einiges an Ehre für unsere Achal-Tekkiner einlegt. Ich kann mich also nur noch einmal für sie (und für alles andere) bedanken und versprechen, nicht mehr so lange säumig zu sein.