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Wie kam ich zu der Rasse, wie zu meinem eigenen Pferd!



Zu der Rasse
Wir schreiben das Jahr 2010. Ich, ein ganz normaler Städter aus Frankfurt, 50 und eher wenig naturverbunden oder gar Besitzer eigener Tiere, lernte meine jetzige Lebensgefährtin, Yvonne,  kennen. Um es kurz zu fassen: Durch sie lernte ich, dass es durchaus sinnvoll ist, Freizeitkleidung zu besitzen und z. B. im Schnee mit Ledersohlen zu spazieren und auch was es für ein Gewinn ist, Tiere in mein Leben zu integrieren.
Yvonne war im Besitz einer wunderschönen AT Schimmelstute, die im Stall dafür bekannt war, unzugänglich, eigensinnig und eher gefährlich als friedlich zu sein. Außer Yvonne und 1-2 von Cilly, so war Ihr Name, ausgewählte Personen, hat sie niemand an sich herangelassen.
Yvonne nahm mich dann auch mal mit in den Stall, um mir Cilly zu zeigen oder um mich Cilly vorzustellen. Bis heute weiß ich nicht, wer denn wem vorgestellt werden sollte und welches Urteil das wichtigere war. Ich möchte das auch gar nicht wissen.
Pferde mochte ich schon immer und als ich Cilly dann sah, war ich sofort von ihr begeistert. Sie hatte einfach etwas, was sie von den anderen Pferden im Stall unterschied. Etwas sehr Edles und Weises.
Cilly muss gemerkt haben, wie toll ich sie fand. Sie ließ sich sofort von mir anfassen und war lammfromm. Ich erzählte ihr aber auch, wie toll ich sie fand. Stuten hören sowas möglicherweise ganz gern. Auch als Yvonne mich bat, sie mal von der Koppel zu holen, zickte sie nicht. Im Gegenteil. Ich hatte noch nie einem Pferd ein Halfter übergezogen und als ich dann, unbeholfen vor Cilly mit dem Halfter rumhantierte, steckte sie zielsicher ihr Maul durch die richtige Öffnung und ich konnte das Halfter dann richtig festmachen. Ich war echt erstaunt. Yvonne und Andere, die das mitbekommen und sich auf ein Schauspiel gefreut hatten, noch mehr. Über die 4 Jahre, bis wir sie Ende letzten Jahre einschläfern lassen musste, hat sich zwischen Cilly und mir eine sehr tiefe Freundschaft entwickelt und meine Begeisterung für sie und für diese Rasse wurde immer größer.
2012 entschlossen wir uns dazu, Cilly decken zu lassen. Dies, um ein zweites Pferd zu haben, damit wir zusammen ausreiten können. In den 2 Jahren bis dahin hatte ich reiten gelernt. Im Zuge der Suche nach dem passenden Deckhengst haben wir viele Pferde dieser außergewöhnlichen Rasse gesehen und auch immer mehr über die Rasse gelernt.
Sie schenkte uns ein wunderschönes Hengstfohlen, welches aktuell zur Aufzucht in einer Herde mit weiteren 11 Junghengsten verschiedenster Rasse aufwächst. Ende nächsten Jahre fangen wir mit der Ausbildung an.
Djamil, so heißt der Bengel, sollte ja unser zweites Pferd sein. Da Cilly ja nun nicht mehr bei uns ist, fehlt wiederum eins, damit wir irgendwann dann mit unseren beiden eigenen Pferden ausreiten können.

Zu dem Pferd
Wir entschieden uns dazu, eine neues Pferd, speziell für mich zu kaufen. Dies vor dem Hintergrund meines Alters und meiner doch eher wenigen Reiterfahrung. Meine Reitstunden hatte ich überwiegend auf Quarter Horses gemacht und Westernreiten ist ganz mein Ding.  Um das für mich passende Pferd zu finden, habe ich dann, wie ich es immer Empfehle, eine Entscheidungsmatrix erstellt, um aus sachlichen Gesichtspunkten heraus eine „vernünftige“ Entscheidung zu treffen.
Die Matrix sah in etwa so, vereinfacht dargestellt, aus, bevor ich Mele Kusch kennenlernte. Die Rasse sollte eine Rolle spielen. Vollblüter waren sowieso nichts für mich, da sie doch eher schwierig und oft nervös sind:

Kriterium Wunsch Pferd 1 Pferd 2
Pferd 3
 
Mele Kusch
Alter Min. die 6 Jahre + - +  
Ausbildung Mindesten Grundausbildung - ++ +  
Preis Max. n Euro + + -  
Gender Stute + - +  
Gelassenheit Geländeerfahrung, nicht schreckhaft + - +-  
Begeisterung Es muss mir gefallen +- +- +  
Summe +   5 4 5  

So sah es aus, nachdem wir zahlreiche Gestüte, Privatverkäufer und Händler aufgesucht hatten. Es war auch ein Pferd dabei, was wir nach dem ersten Testreiten für passend empfunden hatten. Es war ein sehr schöner, pechschwarzer Araber. Wir kamen ein zweites Mal wieder, um noch abschließend zu testen, wie er im Gelände zu reiten ist. In der Halle war er lammfromm und sehr gut zu reiten.
Das hat nicht funktioniert. Wir wollten erst mal in der Halle ein paar Runden drehen, bevor wir ins Gelände gehen. In der Halle hat er schon gescheut und auch versucht, Yvonne, die das Probereiten immer übernehmen musste, abzuwerfen. Dies aus keinen erkennbaren Grund und zur Verwunderung aller. Kurzum, das Pferd wollte nicht und aus dem Kauf wurde nichts.

Heute sind wir der Überzeugung, dass Cilly das aus dem Pferdehimmel heraus gesteuert hat. Sie hat entschieden, dass dieses Pferd niemals zu uns kommen wird.

Dies war dann auch der Zeitpunkt, fürs erste aufzugeben und den Kauf auf ein Datum zu schieben, an dem unser Junghengst Djamil seine Ausbildung Fertiggestellt hat. Da kam uns dann aber Frau Rössler dazwischen.
Im Zuge unserer Suche lernten wir natürlich auch das Gestüt Berolina kennen. Wir waren sehr Begeistert von Ihren Pferden, fanden aber leider nicht das passende für mich. Wir  hielten aber Kontakt und so kam es, dass, nachdem wir die Suche schon aufgegeben hatten, Frau Rössler uns anrief und uns dazu motivierte, mit Ihr doch mal zu einer Adresse zu fahren, wo wir uns einfach mal ein paar schöne Pferde angucken können.
Wir sagten zu und fuhren mit Ihr gemeinsam dann zu der Adresse. Ein kleiner Bio-Bauernhof, welcher von einem sehr freundlichen Paar geführt wird. Es war eine Freude zu sehen, was sie alles für Tiere frei um sich herumlaufen hatten und mit welcher Hingabe sie sich denen widmen. Um die AT zu sehen, mussten wir allerdings 15min über Felder laufen.
Aus der Ferne sahen wir dann 2 Pferde, vom dem eins genau dem, was man sich unter dem „Goldenen Pferd“ vorstellt, entsprach. Schon sehr beeindrucken, das real zu sehen.
Aus der Nähe betrachtet, standen dort 2 wunderschön anzuschauende AT Wallache, von denen einer schöner als der Andere war. Der Goldene und Mele Kusch. Die Besitzer hatten uns vorab übrigens erzählt, dass sie eigentlich überhaupt nicht verkaufen wollen und wenn, dann auch nur den Goldenen. Wir verbrachten ca. ½ Stunden bei den Pferden, wobei Mele Kusch und ich uns ausschließlich miteinander beschäftigten. So, als wären wir schon immer zusammen gewesen. 
Auf dem Rückweg fragte Frau Rössler mich dann auch, welches der 2 Pferde ich mir denn vorstellen könnte. Eine eher rhetorische Frage, denn Sie wusste zu dem Zeitpunkt schon, dass Mele Kusch  bald meiner sein wird. Ich wusste das noch nicht. Insbesondere, da er ja nicht verkauft werden sollte. Sie sagte aber auch, sie guckt mal, was sie machen kann.
Es dauert 2 Tage (sie hat mich einfach zappeln lassen), bis sie anrief und mitteilte, dass Mele Kusch zu haben sei und  nach 1-2 Wochen Verhandlungszeit war der Kauf dann perfekt. An dieser Stelle möchte ich noch mal meinen großen Dank an diese wundervolle Frau ausdrücken. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.
Meine Entscheidungstabelle sah übrigens so aus, nachdem ich die Daten von Mele Kusch eingetragen hatte:

Kriterium Wunsch Pferd 1 Pferd 2 Pferd 3 Mele Kusch
 
Alter Min. die 6 Jahre + - +  
Ausbildung Mindesten Grundausbildung - ++ + -
Preis Max. n Euro + + - -
Gender Stute + - + -
Gelassenheit Geländeerfahrung, nicht schreckhaft + - +- -
Begeisterung Es muss mir gefallen +- +- + +++++++
Summe +   5 4 5 7

Was habe ich daraus gelernt?
Bauch schlägt Vernunft und das ist gut so. Nie mehr werde ich solch nutzlosen Tabellen empfehlen und das insbesondere, wenn es um Lebewesen geht.